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Investitionen und Vorsorge

Investitionen und Vorsorge
Investitionen und Vorsorge

LIMBURG. Die Bilanz der Körperschaft Bistum Limburg weist zum 31. Dezember 2015 ein Volumen von 1,01 Milliarden Euro aus. Das sind rund 43 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Insgesamt 915 Millionen Euro der Bilanzsumme sind im Anlagevermögen der Körperschaft gebunden. Dies geht aus dem Jahresbericht 2015 hervor, den das Bistum am 11. August 2016 veröffentlicht hat. Zum ersten Mal kann die Diözese die Jahresabschlüsse aller Körperschaften - Bistum Limburg, Bischöflicher Stuhl, Limburger Domkapitel und Schulstiftung des Bistums Limburg - gleichzeitig offenlegen.

Insgesamt 65 Millionen Euro aus dem positiven Jahresergebnis des Bistums können verwendet werden. "Wir betreiben Risikovorsorge und investieren in wichtige pastorale Schwerpunkte unseres Bistums", erklärt Gordon Sobbeck, Finanzdezernent und Ökonom der Diözese. Langfristig ist damit zu rechnen, dass die Erträge aus der Kirchensteuer strukturell deutlich sinken werden. Daher müsse klug und verantwortlich gewirtschaftet werden, um auch künftig handlungsfähig zu bleiben. Zehn Millionen Euro führt das Bistum der Schulstiftung zu. Der Eine-Welt-Fonds wird um 2,5 Millionen Euro aufgestockt. Die Caritasstiftung bekommt eine Zuwendung von einer Million Euro. Die Baustiftung erhält 23,6 Millionen Euro. Die allgemeinen pfarrlichen und nichtpfarrlichen Baurücklagen werden mit jeweils fünf Millionen Euro gestärkt. Für die Infrastruktur in den verschiedenen Pfarreiwerdungsprozessen werden zusätzlich 2,5 Millionen Euro bereitgestellt und für Projekte im IT-Bereich werden weitere zwei Millionen Euro zurückgelegt. Zur nachhaltigen Stärkung der wirtschaftlichen Substanz ist das Kapital um 13,5 Millionen Euro aufgestockt worden.

Die Zukunft im Blick behalten

"Wir sehen die Chance für Investitionen. Wir müssen aber auch die Zukunft im Blick haben und daher mit realistischem Blick Vorsorge betreiben", betont Finanzdezernent Sobbeck. Auf der Passivseite der Bilanz ist daher der Versorgungsfonds mit einem Gesamtvolumen von etwa 205 Millionen Euro ausgewiesen. Dieser Fonds sichert die Altersversorgung von Geistlichen, Beamten und Pfarrhaushälterinnen. Neu bei der Bewertung des Versorgungsfonds ist, dass die Rückstellungen nun vollständig nach den handelsrechtlichen Vorschriften bewertet werden. Darüber hinaus wurden Rücklagen gebildet, um auf das anhaltend niedrige Zinsniveau zu reagieren. "Wir werden damit auch beim Versorgungsfonds unserem eigenen Anspruch nach Transparenz gerecht und setzen unsere vorausschauende Finanzpolitik konsequent fort", erläutert Gordon Sobbeck.

Vorsorge ist auch mit einer Baustiftung mit einem Volumen von etwa 206 Millionen Euro getroffen. Darüber hinaus werden kontinuierlich Rücklagen und Rückstellungen für Baumaßnahmen in den Pfarreien und auf diözesaner Ebene gebildet. Diese Positionen sind in der Bistumsbilanz 2015 mit rund 141 Millionen Euro enthalten. Ziel ist es, die Finanzierung von Baumaßnahmen der Kirchengemeinden und des Bistums sicherzustellen. Aktuell werden alle rund 1.500 kirchengemeindlichen und diözesanen Immobilien erfasst, beurteilt und bewertet. Es zeigt sich bereits jetzt, dass hohe Investitions- und Instandhaltungskosten in den kommenden Jahren auf die Kirchengemeinden und auf die Diözese zukommen.

Das weltkirchliche Engagement des Bistums wird durch die Erträge des Eine-Welt-Fonds mit einem Vermögen von rund 33 Millionen Euro zum überwiegenden Teil von der Kirchensteuer unabhängig gemacht.

Zudem bestehen haushaltsrechtliche Rücklagen von rund 101 Millionen Euro sowie eine Clearing-Schwankungsreserve von rund 54 Millionen Euro, die weitere Risiken abdecken.

119 Millionen Euro aus der Kirchensteuer fließen in die Seelsorge

Jeden Tag fließen etwa 326.000 Euro aus den Kirchensteuereinnahmen in die Arbeit der Seelsorge in den Pfarreien vor Ort. Die Kirchensteuer und Einflüsse, die im Zusammenhang mit dem sogenannten Clearingverfahren, einer interdiözesanen Kirchenlohnsteuerverrechnung stehen, waren die Hauptertragsquellen im vergangenen Jahr. Insgesamt belaufen sich die Erträge hier auf rund 219 Millionen Euro. Davon werden etwa 119 Millionen Euro (54 Prozent) für die Seelsorge in den Pfarreien verwendet.

Für den Bereich Immobilien, Infrastruktur, Leitung, zentrale Aufgaben, Verwaltung und synodale Arbeit wurden rund 31 Millionen Euro des Kirchensteueraufkommens verwendet. In den Bereich Schule und Bildung flossen rund 21 Millionen Euro und in den Bereich Soziale Aufgaben rund 15 Millionen Euro. Für überdiözesane und weltkirchliche Aufgaben wurden etwa 10 Millionen Euro verwendet und in die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien flossen etwa 6 Millionen Euro des Kirchensteueraufkommens. Insgesamt rund 7 Millionen Euro stehen für die Seelsorge in besonderen Situationen, für überpfarrliche Seelsorge und die Arbeit in den Bezirken zur Verfügung. Die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz erhalten für den Kirchensteuereinzug etwa 6 Millionen Euro und für den Bereich Liturgie, Kirchenmusik, Museen und Kultur werden gut 3 Millionen Euro verwendet.

Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls

Zum ersten Mal wird der Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls zeitgleich mit den Jahresabschlüssen der weiteren diözesanen Körperschaften veröffentlicht. "Für die Körperschaft Bischöflicher Stuhl wurde die Finanz- und Vermögenslage eingehend analysiert und die Themen wurden konsequent abgearbeitet. So konnten wir auch den bisher bestehenden zeitlichen Rückstand bei der Erstellung und Veröffentlichung der Jahresabschlüsse des Bischöflichen Stuhls aufholen", erklärt Sobbeck. Die Vermögensumschichtungen nach der Aufhebung des St. Georgswerks im Jahr 2011 wurden im Jahr 2015 vollständig rückabgewickelt. Dies spiegelt sich in den Jahresabschlüssen des Bistums Limburg und des Bischöflichen Stuhls zu Limburg wider. Die vollständigen Mittel des ehemaligen St. Georgswerks von rund 16,5 Millionen Euro wurden einem separaten Sondervermögen zugeführt und können nun mit Blick auf die Zweckbindung verwendet werden. "Nach der erfolgten Rückabwicklung ist sichergestellt, dass diesem Sondervermögen kein Geld verlorengegangen ist", so der Finanzdezernent.

Im Jahr 2015 wurden beim Bischöflichen Stuhl die wirtschaftliche Konsolidierung und notwendige Vermögensumstrukturierungen weiter verfolgt: Insgesamt 16 vermietete Wohnimmobilien wurden im Jahr 2016 verkauft. So konnten Risiken, die sich aus der Verpflichtung zum Erhalt ergaben, abgebaut und Finanzanlagen mit planbaren ordentlichen Erträgen erworben werden.

Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert und beträgt zum 31. Dezember 2015 rund 80 Millionen Euro, wovon 73 Millionen Euro Anlagevermögen darstellen. Die Ergebnisrechnung weist ein Defizit von etwa 1,6 Millionen Euro aus. "Dieses Defizit beinhaltet als einmalige Sondereffekte Aufwendungen aus der Rückabwicklung der Vermögensumschichtungen nach der Aufhebung des ehemaligen St. Georgswerks und Kosten der Vorbereitung der Veräußerung des Bestandes von 16 Wohnimmobilien. Ohne Berücksichtigung dieser Sachverhalte ergibt sich ein Fehlbetrag von etwa 300.000 Euro, was auch in etwa dem derzeitigen strukturellen Defizit entspricht", so Sobbeck.

Domkapitel - Schulstiftung

Die Bilanzsumme des Limburger Domkapitels zum 31. Dezember 2015 weist rund 5,1 Millionen Euro auf und ist größtenteils im Anlagevermögen gebunden. Die Summe der laufenden Erträge wird mit rund 2,4 Millionen Euro beziffert, die laufenden Aufwendungen betragen etwa 2 Millionen Euro. Etwa 1,1 Millionen Euro davon sind Personalaufwendungen, unter anderem für die Betreuung und Ausbildung der Limburger Domsingknaben, des Limburger Domchores und der Mädchenkantorei. Darüber hinaus werden Domküster und Domorganist ebenso abgebildet wie die Gestellungsleistungen für die Domschwestern. Die Schulstiftung des Bistums Limburg als rechtsfähige kirchliche Stiftung des bürgerlichen Rechts ist durch eine weitere Zustiftung des Bistums Limburg von 10 Millionen Euro in der Bilanzsumme auf fast 52 Millionen Euro angewachsen. "Die Schulstiftung leistet spürbare finanzielle Entlastung für den Haushalt des Bistums und ermöglicht durch Projektfinanzierungen eine weitere Profilierung der Schulen in unterschiedlichen Bereichen", erklärt Finanzdezernent Sobbeck.

Neue Form der Berichterstattung

Der Jahresbericht 2015 stellt zum ersten Mal auch Schwerpunkte der inhaltlichen Arbeit exemplarisch vor. Daneben findet sich eine detaillierte Darstellung der Jahresabschlüsse der einzelnen Rechtsträger. Neu ist auch, dass zum ersten Mal die erteilten Bescheinigungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft abgedruckt sind.

 

 

Der Jahresbericht 2015 zum Download
Bischöfliches Ordinariat - Dezernat Finanzen
Dezernat Finanzen
Roßmarkt 465549Limburg
Tel.:06431 - 295 - 0