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Vorsorge sichert Handlungsfähigkeit

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Jahresbericht 2017

 LIMBURG.- Die Bilanz der Körperschaft Bistum Limburg weist zum 31. Dezember 2017 ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro aus. Das sind etwa 48 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Fast 92 Prozent der Bilanzsumme sind im Anlagevermögen der Körperschaft gebunden. Dies geht aus dem Jahresbericht 2017 hervor, den das Bistum am Freitag, 24. August 2018 veröffentlicht hat. Der Jahresbericht umfasst die Körperschaften Bistum Limburg, Bischöflicher Stuhl zu Limburg und Limburger Domkapitel sowie die rechtlich selbständige Schulstiftung des Bistums Limburg.

Handlungsfähigkeit sichern

Aus dem positiven Jahresergebnis des Bistums Limburg können insgesamt gut 58 Millionen Euro verwendet werden. „Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geben uns Raum zur Gestaltung, den wir konsequent nutzen. Sicherstellung der langfristigen Handlungsfähigkeit und Generationengerechtigkeit bleiben dabei Schlüsselbegriffe“, betont Finanzdezernent und Diözesanökonom Gordon Sobbeck. Die Verwendung dieses Jahresergebnisses wurde im Diözesankirchensteuerrat beraten und beschlossen. „Wir nutzen die aktuelle positive Situation für gezielte Investitionen und halten an dem bewährten Weg der Zukunftsvorsorge fest“, sagt Dr. Herbert Braun, Vorsitzender des Diözesankirchensteuerrates.

Insgesamt 5 Millionen Euro führt das Bistum der Schulstiftung zu. Der Eine-Welt-Fonds wird um 1 Million Euro weiter aufgestockt. Die Caritasstiftung erhält eine Zuwendung von ebenfalls 1 Million Euro. Die Mittel für die Arbeit an einer Willkommenskultur für Flüchtlinge wurden um eine Million Euro aufgestockt. Die Baustiftung erhält 12,9 Millionen Euro. Die pfarrlichen Baurücklagen werden mit 7,5 Millionen Euro und die nicht pfarrlichen Baurücklagen mit 5 Millionen Euro gestärkt. Für Investitionen in die IT-Infrastruktur wurden 1,5 Millionen Euro zurückgelegt. Die haushaltsrechtlichen Pflichtrücklagen wurden mit 10 Millionen Euro dotiert. Zudem ist das Kapital zur nachhaltigen Stärkung der wirtschaftlichen Substanz um 13,1 Millionen Euro aufgestockt worden.

„Bereits heute wissen wir, dass wir in den kommenden zwanzig Jahren durch die demographische Entwicklung, im Wesentlichen durch den Effekt des Renteneintritts der sogenannten Babyboomer-Jahrgänge, eine große Umbruchsituation erleben werden. Wir müssen uns darauf einstellen, langfristig mit deutlich weniger Mitteln auskommen zu müssen. Darauf bereiten wir uns durch konsequente und zielgerichtete Vorsorge vor. Wir verfolgen hier für zentrale Bereiche gewissermaßen eine ‚Immunisierungsstrategie‘, die uns von der langfristigen Kirchensteuerentwicklung etwas unabhängiger macht“, erläutert Sobbeck.

Seelsorge in den Pfarreien bleibt Schwerpunkt in der Mittelverwendung

Mehr als 326.000 Euro fließen jeden Tag aus den Kirchensteuereinnahmen in die Arbeit der Seelsorge in den Pfarreien vor Ort. Insgesamt standen im Jahr 2017 etwa 227 Millionen Euro aus Kirchensteuern zur Verfügung. Davon werden etwa 119 Millionen Euro (53 Prozent) in unterschiedlicher Weise für die Seelsorge in den Pfarreien verwendet.

Für den Bereich Immobilien, Infrastruktur, Leitung, zentrale Aufgaben, Verwaltung und synodale Arbeit wurden rund 28 Millionen Euro des Kirchensteueraufkommens verwendet. In den Bereich Schule und Bildung flossen 17 Millionen Euro und in den Bereich Soziale Aufgaben ebenfalls etwa 17 Millionen Euro. Für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien setzte das Bistum etwa 10 Millionen Euro des Kirchensteueraufkommens ein. Für die überdiözesanen und weltkirchlichen Aufgaben wurden etwa 8,5 Millionen Euro verwendet. Insgesamt 7 Millionen Euro standen für die Seelsorge in besonderen Situationen, für überpfarrliche Seelsorge und die Arbeit in den Bezirken zur Verfügung. Die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz erhielten für den Kirchensteuereinzug etwa 7 Millionen Euro und für den Bereich Liturgie, Kirchenmusik, Museen und Kultur wurden knapp 4 Millionen Euro verwendet.

Jahresabschluss des Bischöflichen Stuhls

Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls beträgt zum 31. Dezember 2017 etwa 84 Millionen Euro, wovon 79 Millionen Euro Anlagevermögen darstellen. In der Ergebnisrechnung zeigt sich ein Überschuss von etwa 688.000 Euro. „Die Veräußerung einer Immobilie führte zu einem positiven Einmaleffekt von etwa 942.000 Euro. Wir haben weiterhin ein strukturell negatives Ergebnis, dessen Abbau noch Zeit in Anspruch nehmen wird“, so Sobbeck.

Domkapitel - Schulstiftung

Die Bilanzsumme des Limburger Domkapitels weist insgesamt 6 Millionen Euro auf und ist größtenteils (5,6 Millionen Euro) im Anlagevermögen gebunden. Die Summe der laufenden Erträge wird mit rund 2,4 Millionen Euro beziffert, die laufenden Aufwendungen betragen etwa 2 Millionen Euro. Etwa 1,2 Millionen Euro davon sind Personalaufwendungen, unter anderem für die Betreuung und Ausbildung der Limburger Domsingknaben, des Limburger Domchores und der Mädchenkantorei. Darüber hinaus werden Domküster und Domorganist ebenso abgebildet wie die Gestellungsleistungen für die Domschwestern.

Die Schulstiftung des Bistums Limburg als rechtsfähige kirchliche Stiftung des bürgerlichen Rechts ist durch eine weitere Zustiftung des Bistums Limburg von 5 Millionen Euro in der Bilanzsumme auf etwa 62 Millionen Euro angewachsen. „Es freut mich besonders, dass im abgelaufenen Jahr Stiftungsleistungen in Höhe von rund 750.000 Euro zur Unterstützung der schulischen Bildung im Bistum vergeben werden konnten“, unterstreicht Sobbeck.

Wirtschaftliche und inhaltliche Informationen

Der Jahresbericht macht das Vermögen und die finanziellen Verpflichtungen der diözesanen Körperschaften transparent. „Wir wollen nicht in der Darstellung von Zahlen und Fakten stehen bleiben. Es braucht auch hier die Haltung des ‚Mehr als Du siehst‘. Deshalb greifen wir in unsrem Jahresbericht 2017 auch wieder thematische Schwerpunkte auf“, so Generalvikar Wolfgang Rösch zur verbindenden Aufgabe des Jahresberichts.

Weitere Informationen sowie den Jahresbericht 2017 als ePaper zum Nachlesen und zum Download finden Sie hier:

Jahresbericht 2017 des Bistums Limburg

 

Gordon Sobbeck
Finanzdezernent
Roßmarkt 465549Limburg
Tel.:06431 - 295 225 (Sekretariat)